Die Stadthalle… Unendliche Geschichte?

Da haben wir das andere Beispiel für die großartige Wirkung einer Berten geführten linken Mehrheit…

Okay.. Zugegeben.. Die Freien Winsener und die CDU haben sich beide irgendwie um 180° gedreht. Die Zuschüsse für die Stadthalle in diesem Jahr hatten wir ja schon bei den Haushaltsplanberatungen 2007 abgelehnt. Damals wurde von den beiden genannten „Parteien“ beschlossen, dass die Subventionierung in Höhe von 40000 Euro in den Haushalt eingestellt wird. Im Fachausschuss war ich noch mit den Grünen alleine als ich die Freigabe der Mittel durch den Verwaltungsausschuss abgelehnt habe. Im VA ist dann wohl plötzlich (weiß der Teufel warum) alles umgekippt und dessen negative Entscheidung hat nun entgültig dazu geführt, dass die Subventionen in diesem Jahr nicht fließen. Das gilt auch für die Sanierung der Kegelbahn – das ist nun etwas was ich gar nicht mehr verstehe, schließlich gehört das zu unseren Vermieterpflichten als Stadt.

Heinrich Riedel hat in der Ratssitzung ein wahres Wort gesprochen: Die beteiligten sollten sich an die laufenden Verträge halten. Klar! Da war aber von Management Fee nicht die Rede und Herr Meyer der Stadthallenpächter hat dann plötzlich 100.000 Euro Zuschuss beantragt. Damit kam ja der Stein erst ins Rollen… Nun hat er sich bei uns in einem Brief beschwert, dass wir öffentlich darüber diskutieren. Was hat er denn geglaubt, das passiert?!

Unsere Auffassung ist ja schon lange, dass wir die Stadthalle in die Stadtwerke überführen wollen. Da Kauf nich Miete und Übertragung nicht Pachtvertrag bricht, wäre das auch für den Meyer die bessere Situation. Statt mit fast 40 Ratsherren und Frauen die alle meinen ihren Senf dazugeben zu müssen, müsste er dann nur noch mit dem Geschäftsführer verhandeln. Wenn der Aufsichtsrat sich dann darauf beschränkt zu tun was er soll, kommt das auch nicht in die Presse und schädigt den Betrieb. Zumindest wurde beschlossen, dass die Verwaltung prüfen muss, wie so eine Übertragung möglich wäre. Dass der Stadtwerke Geschäftsführer das nicht will ist völlig klar. Gastronomie ist ja nun wirklich nicht sein täglich Brot. Aber er ist Betriebswirt genug um mit Sachverstand als Verpächter aufzutreten. Das ist mehr als die meisten (alle?) Ratsherren und -frauen von sich behaupten können.. Wie Erich schon sagt.. Wenn Dilettanten versuchen einen Wirtschaftsbetrieb zu beeinflussen muss das in die Hose gehen.

Die Freien Winsener haben mit Ihrer Mehrheit durchgedrückt, dass NOCH EIN betriebswirtschaftliches Gutachten erstellt werden soll. Schade ums Geld. Wir haben schließlich schon so ein Ding. Wobei die Argumentation gar nicht mal so dumm war. Tobias Müller von den Freien Winsenern hat argumentiert man solle Hallenbetrieb und Gastronomie trennen und nur die Halle subventionieren. „Transparenz“ sei wichtig. Okay – darüber hatten wir auch schon mal laut nachgedacht. Machbar ist das indes nicht. Ich bin ein großer Fan des Publikationsprinzips bei der Englischen Limited Gesellschaft, wo jeder jederzeit die Bilanz einsehen kann.. Aber grade im Gastro Gewerbe, wo keiner dem anderen was gönnt, muss das zu noch mehr Unfrieden führen… Kann man also knicken…

Naja. Mal gucken ob in dem neuen, sauteuren Gutachten was anderes steht als im alten.. Ich möchte wetten, dass nicht… Wer hält dagegen?

2 Gedanken zu „Die Stadthalle… Unendliche Geschichte?“

  1. solche sauteuren Gutachten sind offenbar nicht nur hier schwer in Mode.

    Wer sich mit solchen Gutachten von welcher Verantwortung befreien möchte, lässt sich irgendwie nie genau feststellen. 😉

    Am schönsten ist, dass Gutachten nie im Web veröffentlicht werden . . . so blüht und gedeiht der Klüngel von Auftraggebern, Gutachtern und einer Handvoll gut informierter Kreise.

  2. Nachmeldung zur Sache.. Das Gutachten ist lange da. Es steht wenig neues drin, außer dass eine gemeinnützige bzw. kulturelle Veranstaltung DURCHSCHNITTLICH 1.600 Euro Miese einbringt. Diese wurde jetzt für 32 Veranstaltungen (32 x 1.600 Euro = 51.200 Euro) in den Haushalt eingeplant. Das war ein Vorschlag der Stadtverwaltung, mit dem ich an sich schon nicht glücklich bin. Die SPD hat als „Verbesserung“ durchgesetzt, dass die 1600 Euro jeweils an die Veranstalter solcher Kultureller Geschichten ausgezahlt werden sollen. Das heißt jetzt wird die Frage, was denn Kultur oder gemeinnützig ist auch noch zum politischen Spielball. Erst soll die Verwaltung das beurteilen (ES LEBE DIE BÜROKRATIE!)
    , und wenn die den ersten Antrag negativ bescheidet kommen wieder Ratsmitglieder aus allen Ecken und erklären uns, warum grade DIESE VERANSTALTUNG so wichtig für Winsen ist und sind die großen Helden der jeweiligen Gruppe, während Otto-Normal-Bürger das alles herzlich egal ist. Der fängt erst dann an zu meckern, wenn die Grundsteuer angehoben werden muss, weil auch eine Stadt jeden Euro nur einmal ausgeben kann….

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